Universitätsklinikum erneut als Überregionales Traumazentrum zertifiziert

Foto: Universitätsmedizin Halle (Saale).

Halle. UKH. Vom Schockraum bis in den OP optimal versorgt: Das Universitätsklinikum Halle (Saale) ist erneut als Überregionales Traumazentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. (DGU) im Traumanetzwerk Sachsen-Anhalt Süd zertifiziert worden.

Zur überaus positiven Bewertung durch die Fachgesellschaft trugen die optimierten internen Behandlungspfade, insbesondere die strukturierten interdisziplinären Abläufe von der Ankunft im Schockraum der zentralen Notaufnahme, im Operationssaal, auf den Stationen bis zur Entlassung der Unfallverletzten, bei. „Nach einem Unfall im Straßenverkehr, im Betrieb oder zuhause werden unsere Patientinnen und Patienten innerhalb kürzester Zeit durch ein Spezialisten-Team gesichtet, untersucht und zur weiteren Versorgung in den Operationssaal oder zur Überwachung auf die Intensivstation gebracht. Für Unfallopfer ist das effiziente Zeitmanagement, viel Erfahrung in der Diagnostik von Verunfallten und ein Team aus Fachleuten entscheidend, um mögliche Langzeitschäden zu vermeiden“, erklärt Dr. Lars Becherer, Leiter des Überregionalen Traumazentrums und leitender Oberarzt der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Halle (Saale). Zu den häufigsten Ursachen für schwere und schwerste Verletzungen, die hier versorgt werden, zählen Verkehrsunfälle (66%), gefolgt von Stürzen aus einer Höhe von über 3 Metern (18%). Bei über einem Drittel der Betroffenen sind mehrere Körperregionen betroffen.

Das Universitätsklinikum Halle ist eines von drei Überregionalen Traumazentren im südlichen Sachsen-Anhalt und hält alle für die Polytraumaversorgung notwendigen Fachgebiete rund um die Uhr direkt am Standort bereit. „Die Zertifizierung unterstreicht die Wichtigkeit unseres Standorts als Unfallklinik mit Strahlkraft in der Region und für die zuweisenden nachgeordneten Kliniken im weiten Umland insbesondere neben dem BG Klinikum Bergmannstrost Halle“, stellt Dr. Lars Becherer fest. Insgesamt gehören zum Traumanetzwerk Sachsen-Anhalt Süd 15 weitere Krankenhäuser.

Mit der Einrichtung eines Traumazentrums sind verschiedene im „Weißbuch Schwerverletztenversorgung“ hinterlegte Anforderungen verbunden, die zur Förderung von Qualität und Sicherheit in der Traumaversorgung beitragen sollen. Voraussetzung sind u.a. ärztliche Qualifizierungen durch spezielle pflegerische und ärztliche Ausbildungsprogramme, eine angemessene Anzahl Intensiv-Betten sowie ausreichend verfügbarer Expertinnen und Experten unterschiedlichster Disziplinen, um auch mehrere Schwer- oder Schwerstverletzte gleichzeitig behandeln zu können. Alle Versorgungszahlen und -abläufe werden zur weiteren Verbesserung und statistischen Auswertung in der Online-Datenbank TraumaRegister DGU® dokumentiert.

Zertifizierte Traumazentren müssen, um die Qualität hochhalten zu können, eine bestimmte Anzahl Versorgungen von Schwerverletzten im Jahr vorweisen. Dies ist am Universitätsklinikum Halle (Saale) gegeben und die erworbene Routine wirkt sich positiv auf die Qualität der Behandlungsergebnisse aus: Seit 2017 wurden am Universitätsklinikum Halle (Saale) über 650 Schwer- und Schwerstverletzte mit überdurchschnittlichen Ergebnissen versorgt, was sich u.a. in der niedrigeren Krankenhaus-Sterblichkeit der Verunfallten während des Krankenhausaufenthaltes im Vergleich zu anderen Zentren niederschlägt (2019: 7,4% am Universitätsklinikum Halle zu 11,9% in allen Kliniken im TraumaRegister DGU®).

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) ist erneut für drei Jahre bis 20.02.2024 zertifiziert und erfüllt damit die Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. Mit der erfolgreichen Zertifizierung beginnt aber zugleich ein neuer Zeitabschnitt. Dr. Lars Becherer hierzu: „Nur im Team des gesamten Klinikums mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welchen ich auf diesem Wege nochmals ausdrücklich danken möchte, sind wir so stark. Wir schauen nach vorn, um die Versorgungsqualität weiter zu steigern und die Abläufe fortlaufend zu optimieren.“