7 Jahre Förderverein Zukunft Stadtbad Halle – Wie geht es weiter?

Halle. ZukunftStadtbad. Auf den Tag genau vor 7 Jahren gründete sich der Förderverein Zukunft Stadtbad Halle e.V. aus der Interessengemeinschaft Stadtbad heraus.

Seitdem ist viel passiert. Das, was damals kaum jemand für möglich hielt: das Stadtbad wurde nicht geschlossen, der Förderverein hat in allen öffentlichen, politischen und privaten Ebenen ein festes Netzwerk aufgebaut, konnte Sanierungsmittel zur Verfügung stellen und somit die Bäder Halle GmbH, die Stadtwerke Halle GmbH und die Stadt Halle bei allen Belangen zur Rettung dieses europäischen Kulturdenkmals, aktive Sportstätte und Ort der Begegnung unterstützen.

Zur aktuellen Situation

Wir berichteten bereits, dass nach Gesprächen mit Dr. Karamba Diaby und Johannes Kahrs die Bewilligung von ca. 13,4 Mio auf Bundesebene erfolgte: das sind 50 % der erforderlichen Sanierungssumme. Nach Zusagen des Kulturstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Gunnar Schellenberger, werden weitere 25 % im Landeshaushalt eingeplant, denn wie er richtig sagte: wenn sich das Land nicht an der Kofinazierung beteiligt, wird der Bund die Mittel nicht frei geben.

Es gilt nun die Kofinanzierung mit vereinten Kräften zu stemmen. Dabei sind neben dem Land, die Stadtwerke wie auch die Stadt in der Verantwortung. Auch wir als Förderverein werden zudem weiterhin Fördermittelanträge in Spezialgebieten (Energie, Denkmal) eruieren, um Stadt und Stadtwerke finanziell zu entlasten.

Gelingt es nicht, 25 % der Gesamtsanierungskosten für die nächsten 5 Jahre im Landeshaushalt zu verankern, wird das Projekt der Sanierung scheitern. Das wäre nicht nur für das Stadtbad, sondern auch für weitere Bundesbewilligungen für die Stadt Halle und für das Land ein finanzielles Fiasko.

Und dann:  Wie weiter mit dem Stadtbad? Im demokratischen Beteiligungsprozess des Runden Tisches des Jahres 2013 entstanden Leitlinien für die Entwicklung und Sanierung des Stadtbades.

Den damaligen, heute noch gültigen Ergebnissen, liegen kooperative Planungen zugrunde. Da es sich bei dem Stadtbad um eine Einrichtung handelt, die von einer sehr breiten städtischen Öffentlichkeit genutzt wird, war es folgerichtig, die Stadtgesellschaft aktiv in den Problemlösungsprozess einzubeziehen.

Diese Vorgehensweise ermöglichte nicht nur eine umfassendere Problemanalyse, sondern brachte auch neue Aspekte und Lösungen ins Blickfeld. Mithilfe neuer Medien und bürgerschaftlicher Partizipationsprozesse wurde dieser Planungsansatz praktiziert.

Aus diesem Beteiligungsprozess entstand der Förderverein Zukunft Stadtbad Halle e.V., der die Interessen der Bevölkerung vertritt.

Das Ziel: Das Stadtbad innerhalb der halleschen Bäderlandschaft verankern

Ziel ist es den gesamten Gebäudekomplex zu einem multifunktional nutzbaren Bewegungs- und Gesundheitszentrum zu entwickeln. Das Stadtbad unterscheidet sich damit explizit von anderen Bädern der Stadt und kann wirtschaftlich tragfähig betrieben werden. Innerhalb eines Bäderatlas der Stadt Halle, einer Art Imagebroschüre, können die unterschiedlichen Angebote der Bäder unserer Stadt hervorgehoben, von einander abgegrenzt und so auch mitteldeutschlandweit beworben werden.

Die Visionen für das Stadtbad Halle

Ein saniertes Stadtbad in Halle ist nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal der Saalestadt. Es ist das größte historische Bad in Mitteldeutschland, die nächst größeren befinden sich in München und in Mannheim, vergleichbar groß ist das Jugendstilbad in Darmstadt.

Die Besucherzahlen im Stadtbad lagen in den letzten beiden Jahren bereits bei ca. 230 Besuchern pro Tag. Die Zahlen in sanierten historischen Stadtbädern liegen bei ca. 270-300 pro Tag.

Das Potenzial in unserem Stadtbad ist deutlich erkennbar. Mit einer sanierten und wieder geöffneten Sauna und Gesundheitsanwendungen in den stillgelegten Bereichen, könnten diese Zahlen anderer historischer Bädern bei Weitem übertroffen werden.

Im Herzen der Altstadt, mit dem neu entwickelten Bereich um das Steintor, dem neuen Geisteswissenschaftlichen Zentrum, der Jugendherberge in direkter Nachbarschaft und die Nähe zum Marktplatz geben dem Standort maximale Entwicklungschancen.

 Im Vergleich zu einer „normalen“ Schwimmhalle verfügt das Stadtbad über zahlreiche leer stehende Räume. Diese Raumkapazitäten kommen den Bedürfnissen der Dienstleistungsbranche rund um Indoor-Sport, Gesundheit und Wellness, die in den letzten Jahren an Entwicklungsdynamik gewonnen hat, entgegen. Die steigenden Arbeitsplatz- und Umsatzzahlen in diesem Bereich zeugen von dem zunehmenden Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise sowie eine steigende Bedeutung präventiver Maßnahmen in der Gesundheitswirtschaft.

Genau hier liegt die einmalige Chance für unser Stadtbad, gezielt zukunftsweisende Konzepte für die Gesundheitsbranche zu entwickeln. Aus der wirtschaftlichen Betreibung des Vorderbaus können die stets defizitären Bereiche der Schwimmhallen ausgeglichen werden.

 Die Schwimmhallen sollen dabei weiterhin für das Schulschwimmen, für Vereine sowie für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Zudem kann die Frauenhalle als Entspannungs- und Bewegungsbad, für Rehabilitations- und Gesundheitsangebote mit Wassergymnastik, Aquajogging, Aquacycling entwickelt werden.

In der Männerhalle finden weiterhin der Breitenschwimmsport und das Schulschwimmen statt, sowie die Wassersportvereine ihr zu Hause. An den Schmalseiten der Halle können nach dem Rückbau des Dachgewölbes Whirlpoolemporen entstehen.

Nur Visionen?

Die Lounge
Im Vordergebäude kann die Saunalandschaft mit einem irisch-römischen Dampfbad, mit einem Hamam und Rhassoul-Bad, mit Massagebereich, Silen-, Moor-, Solebäder und Sole-Floatingkammern ergänzt werden. Neben den Indoor-Ruhebereichen gibt es zusätzlich eine Dachterrasse auf der man nach der Sauna entspannen und die Sonne auf der Hautgenießen kann. Die Terrasse befindet sich auf dem Dach des rechten Gebäudeflügels des Vordergebäudes.

Die Salztherme
Die in Halle geförderte Sole wird auf einer Salzwand ähnlich wie in einem Gradierwerk zerstäubt und so das Inhalieren ermöglicht. Eine Bar, Sitz- und Liegemöglichkeiten dienen der Entspannung. Trinkbrunnen stehen ebenso zur Verfügung, wie ein extra Becken für Fish Spa-Anwendungen. Die Solegrotte befindet sich im 2. Untergeschoss des linken Gebäudeflügels des Vorderbaus unter den ehemaligen Brausebädern.

Weitere Informationen

https://zukunftstadtbadhalle.de

https://zukunftstadtbadhalle.de/wp-content/uploads/2020/02/Stadtbad_Quovadis_Faltblatt_beide-Seiten.pdf