Das neue theater wird 40 Jahre alt

Halle. TOO. Es begab sich am 8. April 1981, vor genau 40 Jahren, dass sich in Halle die Nachricht herumsprach, in der Großen Ulrichstraße 51 sei das »Kino der Freundschaft« eingestürzt. Zum gleichen Zeitpunkt soll der frisch gebackene Schauspieldirektor im »Theater des Friedens« (dem heutigen Opernhaus) einen heftigen Streit mit seinem Intendanten gehabt haben, da ihm und seinem Ensemble die Räume für Vorstellungen und Proben fehlten. Und noch am gleichen Abend hielten, so will es die Erzählung, die Bierdeckel in der Kantine des damaligen Drei-Sparten-Hauses dafür her, erste Grundrisse zur Neunutzung des eingestürzten Kinos zu skizzieren. Der Entschluss war geboren, und Peter Sodann wurde neben seiner Tätigkeit als künstlerischer Leiter auch Bauherr – und sein Ensemble die Baubrigade – des »neuen theaters«. 

Am 08. April vor 40 Jahren begannen die Baumaßnahmen und dauerten ein Jahr an. Was für eine einzigartige Erfolgsgeschichte bis heute.

Das Motto lautete seit der ersten Stunde: »Was du nicht selber tust, das tut für Dich kein anderer.« Und dieses Leitmotiv prangt noch immer in lateinischen Lettern über dem Portal des Bühneneingangs am Uni-Campus. 

Zum Auftakt des Jubiläums richtet das neue theater Halle ein neues Online-Archiv ein, das mit Fotos, Plakaten, Filmen und Anekdoten die Erinnerungen der Mitarbeiter*innen und Zuschauer*innen gleichermaßen dokumentieren und wachrufen soll. Denn das Theater ist Teil Ihres wie unseres Lebens.

Senden Sie uns Ihre Beiträge per Post oder Email unter dem Betreff »40 Jahre neues theater/Online-Archiv« zu! Helfen Sie bei der Entstehung eines interaktiven Rundgangs durch die Theatergeschichte der letzten vierzig Jahre!

Das neue theater in Halle (Saale). Foto: Falk Wenzel.
Das neue theater in Halle (Saale). Foto: Falk Wenzel.

Nach den ersten 10 Jahren seines Bestehens mussten die sogenannte politische Wende und die Einheit Deutschlands für das neue theater als grundsätzliche Herausforderung gemeistert werden. Nach 20 Jahren ereigneten sich die Terroranschläge des 11. Septembers und die Europäische Währungsunion. Nach 30 Jahren kamen wir als neues Leitungsteam in das wunderbare Haus, traten in die Fußstapfen der Vorgänger (Peter Sodann, Christoph Werner) und hatten uns gegen das Hochwasser und gegen empfindliche Sparmaßnahmen zu behaupten. Nun müssen wir das Haus davor schützen, vom Covid-19-Virus infiziert und erneut in seiner Existenz bedroht zu werden. 
Die Einzigartigkeit der Geschichte dieses Hauses und die Sensation in all diesen Zeiten ist die unmittelbare und direkte Verbindung der Künstler*innen und Mitarbeiter*innen zu ihrem treuen und immer wieder nachwachsenden Publikum in der Stadt Halle und außerhalb. 

Die Corona-Krise werden wir gemeinsam meistern, sie wird uns fester zusammenschweißen, denn das »neue theater« soll kreative Heimstatt von Veränderung und neuer Anforderung bleiben, weil wir uns in ein und demselben Leben mit unseren Zuschauer*innen befinden. 

Kämpfen Sie über das kommende Jahr mit uns um Ihr – um unser Theater und feiern Sie eine Woche lang um den 8. April 2021 den 40. Geburtstag. Es werden eine Gala und viele verschiedene Veranstaltungen auf der Kulturinsel und an anderen urbanen Spielorten stattfinden. Als Demonstration dieses kulturellen Leuchtturms in unserer Stadt, unserem Land und in Europa.