„Ausbildungsverbund Pflege Halle (Saale)“ sichert die Zukunft der Pflege im südlichen Sachsen-Anhalt

Der „Ausbildungsverbund Pflege Halle (Saale)“ schafft die Grundlage für eine gemeinsame und verlässliche Ausbildungsstruktur für Pflegefachkräfte. Die beteiligten Partner bei der Unterzeichnung des Verbundrahmenvertrags (v. li. Ines Oppermann, Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Sachsen-Anhalt; Christiane Becker, Universitätsmedizin Halle (Saale); Henry Rafler, BG Klinikum Bergmannstrost; Thomas Hagdorn, BG Klinikum Bergmannstrost; Kerstin Pilz, BbS V Halle (Saale); Dr. Jeannette Hahn, BbS V Halle (Saale)) in der Universitätsmedizin Halle (Saale). Foto: Universitätsmedizin Halle.

Halle. UKH/UMed. Die Pflege ist eine der wichtigsten Säulen des deutschen Gesundheitssystems und benötigt heute mehr denn je qualifizierte Fachkräfte. Um die Zukunft der Pflege und damit die Versorgung von Patienten, Klienten und Bewohnern langfristig sicherzustellen, schafft die Universitätsmedizin Halle (Saale) mit dem BG Klinikum Bergmannstrost Halle, der Berufsbildenden Schulen V für Gesundheit, Körperpflege und Sozialpädagogik Halle (Saale) sowie dem Deutschen Roten Kreuz, Landesverband Sachsen-Anhalt (DRK), im „Ausbildungsverbund Pflege Halle (Saale)“ die Grundlage für eine gemeinsame und verlässliche Ausbildungsstruktur für die Zukunft. Der Verbund wird künftig mehr als 600 jungen Menschen die neue generalisierte Pflegeausbildung ermöglichen.

Der Verbundrahmenvertrag setzt die gesetzlichen Vorgaben des neuen Pflegeberufegesetzes um und ist in seiner Größenordnung einmalig im südlichen Sachsen-Anhalt. „Die neue generalisierte Pflegeausbildung bietet viele Chancen und erfordert das reibungslose Zusammenspiel von Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen und Pflegeschulen. Wir freuen uns sehr, dass mit diesem Ausbildungsverbund ein großes Netzwerk entstanden ist, von dem alle Verbundpartner gleichermaßen profitieren können. Er ist darüber hinaus auch eine wichtige Grundlage zur Sicherung der Ausbildungsqualität der angehenden Pflegefachfrauen und -männer“, sagt Christiane Becker, Direktorin des Pflegedienstes, Universitätsmedizin Halle (Saale). In der neuen generalistischen Pflegeausbildung werden die drei bisherigen Pflegefachberufe „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ sowie „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ zusammengeführt, um Auszubildende zur Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen zu befähigen und bessere Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten im Berufsleben zu eröffnen. „Ziel ist es, für Halle und die umliegenden Regionen eine bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Pflegeausbildung zu gestalten. Dabei ist es uns gelungen, die wichtigsten Partner der einstigen Krankenpflege- und Altenpflegeausbildung für unseren neuen Verbund zu gewinnen. Damit können wir die Pflegeausbildung effizienter und attraktiver gestalten. Denn entscheidend ist, dass wir wieder mehr junge Menschen für das Berufsbild begeistern“, erläutert Henry Rafler, Pflegedirektor des BG Klinikums Bergmannstrost Halle.

Angehende Pflegefachfrauen und -männer nehmen Pflichteinsätze in der stationären Akutpflege, in der stationären Langzeitpflege, in der ambulanten Akut- und Langzeitpflege, in der pädiatrischen sowie in der psychiatrischen Versorgung war. Damit dies möglich ist, schließen sich im „Ausbildungsverbund Pflege Halle (Saale)“ Träger der theoretischen Ausbildung, BbS V für Gesundheit, Körperpflege und Sozialpädagogik Halle (Saale) und „Henry Dunant“, die Pflegeschule des Deutschen Roten Kreuz, mit Trägern der praktischen Ausbildung, Universitätsmedizin Halle (Saale) und BG Klinikum Bergmannstrost Halle, zusammen. Die Universitätsmedizin Halle (Saale) ist mit dem Ausbildungszentrum für Gesundheitsfachberufe auch Träger der theoretischen Ausbildung und nimmt eine Doppelfunktion war.

„Wir verfolgen alle das gleiche Ziel: Wir wollen möglichst viele gut qualifizierte Pflegefachfrauen und -männer für die Region Halle (Saale) ausbilden. Als Schule, die ihre Wurzeln in der Altenpflege hat, sind wir stolz darauf, ein großes Netzwerk für den Bereich abseits der Krankenpflege mit in den Verbund bringen zu können. Gleichzeitig freuen wir uns, dass die Uniklinik angeboten hat, die Praxiseinsätze der Azubis zentral zu koordinieren“, sagt DRK-Landesgeschäftsführer Dr. Carlhans Uhle. Kerstin Pilz, Schulleiterin der Bsb V für Gesundheit, Körperpflege und Sozialpädagogik Halle (Saale), fügt hinzu: „Eine attraktive und moderne Pflegeausbildung muss sich an den Entwicklungsprozessen in der Praxis orientieren. Der Ausbildungsverbund ermöglicht es uns, die Ausbildung so zu gestalten, dass junge Menschen vielfältigere Einsatz- und Entfaltungsmöglichkeiten im Pflegeberuf erhalten.“

Die generalistische Pflegeausbildung dauert drei Jahre und umfasst insgesamt 2.100 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie 2.500 Stunden praktische Ausbildung, in deren Rahmen im Vertiefungseinsatz besondere Kenntnisse erworben werden können, z.B. in der stationären Akutpflege, der stationären Langzeitpflege, der ambulanten Akut-/Langzeitpflege, der pädiatrischen oder psychiatrischen Versorgung. Ein Vertiefungseinsatz im letzten Drittel der Ausbildung ist jedoch keine Bedingung für eine spätere Berufstätigkeit in dem entsprechenden Bereich, und er schließt umgekehrt eine spätere Berufstätigkeit in einem anderen Pflegebereich nicht aus.

Interessierte Träger der praktischen Ausbildung können über die genannten Pflegeschulen dem Ausbildungsverbund beitreten und von den Vorteilen des Verbundes profitieren.