Oberbürgermeister nimmt Stellung zum Umgang mit Impfstoff-Resten und zu seiner eigenen Impfung

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Halle. Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand hat im Rahmen der heutigen Pressekonferenz über seine eigene Impfung und die Impfungen von 10 Stadtratsmitgliedern und Mitgliedern des Katastrophenschutzstabes mit Impfstoffresten informiert.

Zum Umgang mit Reststoffimpfungen führte Dr. Wiegand aus:

Am 27.12.2020 wurde mit den Impfungen begonnen. Am Abend bleiben Impfstoffreste aufgrund von Terminabsagen, Nichtwahrnehmung des Termins und zwischenzeitlichen Infektionen übrig. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, wie damit umgegangen werden soll, weshalb die Ärzte des Katastrophenschutzstabes ein Konzept für den Umgang mit Ad-hoc Impfungen erarbeitet und am 05.01.2021 dem Katastrophenschutzstab vorgelegt haben.

Das Konzept sieht eine Priorisierung auf der Grundlage der Bundesimpfverordnung vor. Der Impfstoff wird verdünnt und in 6 bzw. 7 Spritzen aufgezogen. Nach maximal 6 Stunden muss der Impfstoff verimpft werden. Bleiben Reste übrig, ruft das Impfteam vor Ort Härtefälle mit prioritärer Impfberechtigung an. Voraussetzung ist, dass man in 15 Minuten vor Ort ist und die 6 Stunden nicht überschritten sind. Liegt ein solcher Härtefall nicht vor, wird über einen Zufallsgenerator aus einer Liste mit über 300 Namen und Nummern eine Person ausgewählt, die

a) eine staatliche Funktion inne hat,
b) im Rettungsdienst tätig ist,
c) als Facharzt einer erhöhten Aerosol-Belastung ausgesetzt ist (bspw. HNO, Zahnarzt) tätig ist,
d) Stadtratsmitglied ist,
e) Mitglied im Katastrophenschutzstab ist,
f) Dialysepatient ist,
g) onkologisch behandelt wird oder
h) einem Impfteam angehört.

585 solcher Ad-hoc Impfungen in städtischen Impfteams und den 5 Krankenhäusern sind erfolgt, darunter 10 Stadträte und der Oberbürgermeister.

Am 11.01.2021 wurden die Stadtratsfraktionen über dieses Vorgehen informiert. Hierzu gab es diverse Rückmeldungen, bestätigte der Oberbürgermeister.

Dr. Wiegand wurde am 17.01.2021 kontaktiert und angefragt, ob er in 15 Minuten im Diakoniekrankenhaus sein könne, um geimpft zu werden. Nach eigener Aussage hat er dies abgelehnt, weshalb er darüber informiert wurde, dass kein anderer verfügbar ist. Vor Ort wurde dies erneut bestätigt. Andernfalls würde der Impfstoff vernichtet, so der Oberbürgermeister. Einen Termin für die Zweitimpfung hat Halles Oberbürgermeister bisher noch nicht erhalten. Ad-hoc Impfungen werden von dem Risiko begleitet, das Zeitfenster für den kompletten Impfschutz nicht einhalten zu können.

Dr. Wiegand bekräftigte, dass dieses Vorgehen aktuell die einzig praktikable Vorgehensweise sei um einer Impfstoffverschwendung entgegen zu wirken. Der Oberbürgermeister betonte, dass das Verfahren transparent ist und er als Privatperson keine Aussage dazu treffen muss, ob er geimpft sei.