10. Tag der Landesgeschichte in Halle (Saale) in diesem Jahr digital

Erinnerungskultur urbaner Eliten: Städtische Friedhöfe des 15. – 17. Jahrhunderts

Halle. HiKo/LSA. Städtische Friedhöfe, die ursprünglich an den mittelalterlichen Pfarrkirchen in den Städten gelegen hatten, wurden seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert vielfach außerhalb der Stadtmauern neu angelegt. Die Gründe dafür reichen von seuchenhygienischen Maßnahmen über Umbauprojekte des innerstädtischen Raums bis hin zu einem neuen Verständnis des Friedhofs als Andachts- und Besinnungsort im Zuge der Reformation.

Der Tag der Landesgeschichte findet in diesem Jahr digital statt.
Unter dem Link https://us02web.zoom.us/j/87233611379 können Sie an der Veranstaltung teilnehmen. Ton und Bild von Ihnen werden nicht übertragen. Sie können über einen Chat Fragen an die Referent*innen stellen. Der Tag der Landesgeschichte wird aufgezeichnet. Im Anschluss können die Vorträge der Tagung online angesehen werden.

Tagungsziel ist eine Darstellung der ständischen Sepulkralkultur der städtischen Oberschichten und oberen Mittelschichten, deren Sepulkralkultur allein überliefert ist. Sowohl für die spätmittelalterlichen innerstädtischen als auch für die neuen außerstädtischen Friedhöfe werden die Positionierung der Gräber, die bauliche Absonderung durch Arkaden, Grüfte u. a. sowie die Ausgestaltung mit skulptierten und beschrifteten Gedächtnismalen in den Blick genommen. Daran knüpft sich die Frage, wie sich welcher Stand durch Lage, Schrift und Bild des Grabes präsentiert, und welches Bild die Synthese aller historischen Zeugnisse von der Sepulkralkultur der städtischen Oberschichten ergibt – ein wichtiges öffentlichkeitswirksames Medium zur Vorstellung und Behauptung ständischer Positionen in der städtischen Gesellschaft im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Bauten, Bilder und Texte an den Gräbern hielten Herkunft und Verwandtschaft der Familie sowie die Verdienste der Vorfahren, auf denen die ständische Position gegründet war, im öffentlichen Gedächtnis. Darüber hinaus bot die Öffentlichkeit des Friedhofs die beste Gelegenheit, sich im ethischen wie im kirchlichen Sinne als rechtgläubige Mitglieder der christlichen Gemeinschaft darzustellen.

Weitere Informationen können Sie dem Flyer entnehmen.

Veranstalter:
Historische Kommission für Sachsen-Anhalt (Vorsitzender: Prof. Dr. Andreas Pečar) in Verbindung mit dem Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Verein für Friedhofskultur in Halle.

Über den Tag der Landesgeschichte
Die Tage der sachsen-anhaltischen Landesgeschichte fanden in den vergangenen Jahren in unregelmäßigen Abständen statt, seit 2014 ist eine jährliche Abfolge angestrebt. Auf ihnen werden aktuelle Themen und Problemstellungen der Landesgeschichte Sachsen-Anhalts debattiert, sie dienen dem wissenschaftlichen Austausch von Mitgliedern der Historischen Kommission mit fachkundigen Experten außerhalb der Kommission.