Aufruf: Zeitzeugen rund um „100 Jahre Kapp-Putsch in Halle (Saale)“ gesucht

halle.de/ps. Das Stadtmuseum Halle lädt Hallenserinnen und Hallenser am 13. März 2020, 18 Uhr, zu einem Zeitzeugengespräch rund um „100 Jahre Kapp-Putsch“ in die Große Märkerstraße 10 ein. Dabei versteht das Stadtmuseum unter „Zeitzeuge“ im Sinne städtischer Erinnerungskultur alle Menschen, die in ihrer Erinnerung Daten, Fakten und Ereignisse welcher Art auch immer, die mit dem Ereignis und Erinnerungsort „Kapp-Putsch“ zusammen hängen, gespeichert haben und in einem öffentlichen Forum „preisgeben“ wollen. Das kann jemand sein, der alte Aufzeichnungen oder Fotoalben hat, das kann jemand sein, der sich einmal mit dem Thema beschäftigt hat, das kann aber auch jemand sein, der zu DDR-Zeiten an erinnerungskulturellen Veranstaltungen beteiligt war. Noch heute erinnern z.B. in der Galgenbergschlucht und in der Burgstraße Tafeln an die Toten der 1920er-Märzkämpfe.
Zeitzeugen sind also die Hallenserinnen und Hallenser selbst, nicht Experten.

Das Stadtmuseum Halle ruft vorab dazu auf, Erinnerungen an

  • Menschen, die im Zusammenhang mit dem „Kapp-Putsch“ ums Leben kamen oder beteiligt waren (aus der Familie, dem Bekanntenkreis)
  • und Erinnerungskultur der DDR rund um den „Kapp-Putsch“

zu teilen.

Zeitzeugen können sich mit ihren Erinnerungen an Norbert Böhnke, Moderator des Zeitzeugengesprächs, wenden (221-3353). Gegenstände, die Hallenser und Hallenserinnen mit dem „Kapp-Putsch“ in Verbindung bringen, können ebenfalls jederzeit per Foto dem Stadtmuseum gemeldet werden (z.B. per WhatsApp an 0171/3323543 oder an norbert.boehnke@halle.de).

Hintergrund
Nach den Unruhen im März 1919 bei denen auch der Revolutionär Karl Meseberg starb, löste der Kapp-Putsch ein Jahr später „Die Revolution in Halle a.d.S“ (Walther Schreiber, 1920) aus. Anfangs eine Abwehrbewegung  gegen den monarchistisch-reaktionären Putsch, entwickelten sich die Ereignisse nach seiner Niederschlagung in Halle zu dem Versuch einer sozialistischen Revolution. Kurz nach Ende der Kampfhandlungen brach ein öffentlicher Streit aus: Wer trägt die Verantwortung? In Erinnerung an die „Schlacht um Halle“ (Joachim Schunke, 1956) wurden in der DDR zahlreiche Gedenktafeln angebracht. Das Zeitzeugengespräch gehört zur erinnerungskulturellen Vorbereitung der Ausstellung „Der Kampf um die Weimarer Republik in Halle (1919-1925)“ im Stadtmuseum.