UKH investiert in zwei der modernsten Computertomographen weltweit

Halle. UKH. Die Nachfrage nach Computertomographen ist derzeit weltweit hoch. Die bildgebende Untersuchungsmethode gilt als eine Komponente, um eine COVID-19-Infektion zu bestätigen und ihren Verlauf zu beobachten.

„Umso erstaunlicher ist es, dass es trotz dessen von der Beantragung, über die Freigabe der finanziellen Mittel und die Bestellung bis zum aufgestellten Gerät keine zwei Wochen gedauert hat, um unsere neueste technische Errungenschaft im Universitätsklinikum Halle zu begrüßen“, sagt Prof. Dr. Walter Wohlgemuth, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie am Universitätsklinikum Halle (Saale). Das Universitätsklinikum Halle (Saale) verfügt nun über einen 128-Zeilen-Computertomographen (CT) und damit eines der modernsten Geräte weltweit.

Außerdem ist für die Abteilung Nuklearmedizin ein moderner Hybridscanner (SPECT/CT) angeschafft worden. Diese sogenannte Gammakamera ist mit einem zusätzlichen Mehrzeilen-Spiral-CT ausgestatten und verbindet die Vorteile zweier Fachgebiete (Nuklearmedizin und Radiologie) elegant.

Mit diesen Großgeräte-Investitionen konnten zwei in die Jahre gekommene, aber täglich im Einsatz befindliche Geräte ersetzt werden. Sowohl der SPECT-CT als auch der 128-Zeilen-CT wurden unter den gebotenen Sicherheitsmaßnahmen mitten in der Corona-Krise aufgebaut und in Betrieb genommen.

Für beide Geräte waren einige Baumaßnahmen notwendig. Neben Ab- und Aufbau wurden auch die jeweiligen Räume baulich erneuert. „Im Fall des CT in den Räumen der Radiologie ist alles innerhalb dieser rund zwei Wochen passiert. Daher geht ein großes Lob an alle Beteiligten, die das ermöglicht haben“, so Wohlgemuth. Von dem neuen 128-Zeilen-Gerät gebe es derzeit nur fünf weltweit und nur eines in Deutschland – in Halle.

Die Anschaffung war generell geplant, allerdings erst für das kommende Jahr. Die Corona-Krise hat diesen Vorgang nun beschleunigt. „Das Gerät ist generell für die Regelversorgung vorgesehen. Es ermöglicht unter anderem 3D-Rekonstruktionen, zum Beispiel von komplizierten Brüchen, Gefäßdarstellung unter anderem bei Schlaganfällen und die Eingrenzung des Stadiums einer Krebserkrankung. Es zeichnet sich dabei aber durch eine deutliche geringere Röntgenstrahlen-Dosis als sein Vorgänger aus. Es kann uns zudem für die Diagnostik und die Verlaufskontrollen bei COVID-19-Patienten sehr gute Dienste leisten“, sagt Wohlgemuth. Denn: Der Scanvorgang des Thorax – also des Bereichs des Oberkörpers, in dem die Lunge liegt – dauere lediglich 0,6 Sekunden. „Darin liegt gerade für COVID-Patienten, die als ein Symptom unter anderem Kurzatmigkeit haben können, ein riesiger Vorteil. Sie müssen nicht wie sonst bei CT-Untersuchungen kurz den Atem anhalten“, erläutert der Radiologe.

Beim SPECT/CT werden krankhafte Stoffwechselwege mittels geringster Mengen radioaktiver Stoffe markiert und so bildgebend sichtbar gemacht. So können zum Beispiel Krebszellen frühzeitig erkannt und einer Therapie zugeführt werden. Aber nicht nur in der Tumordarstellung, sondern auch bei der Diagnostik von bspw. neurologischen Erkrankungen (z.B. Parkinson) oder der Detektion von Durchblutungsstörungen bei Patient und Patientinnen mit einer koronaren Herzerkrankung kann das neue Gerät wertvolle Hinweise liefern. So wurde speziell für die Herzbildgebung zusätzliche Hardware installiert, welche die Untersuchungszeit von bisher 35min auf aktuell 7min pro Patient reduziert „Dafür haben wir nun ein sehr viel präziseres, moderneres und im südlichen Sachsen-Anhalt einzigartiges Gerät im Einsatz, welches es uns erlaubt unsere Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau und Komfort zu behandeln. Das UKH und auch das Land Sachsen-Anhalt folgen damit konsequent dem weltweiten Trend der modernen Hybridbildgebung in der Nuklearmedizin“, sagt der Nuklearmediziner und Radiologe, Dr. Andreas Odparlik, Leiter der Abteilung Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Halle (Saale).