Kindergesundheit: „DigiHero“-Studie lädt weitere 62.700 Hallenser*innen zur Studienteilnahme ein

Universitätsklinikum

Halle. UKH. Für die seit Januar 2021 laufende DigiHero-Studie der Universitätsmedizin Halle (Saale) sind bereits 65.000 Menschen in Halle per Post um Teilnahme gebeten worden. Nun werden auch die restlichen volljährigen Einwohnerinnen und Einwohner der Saalestadt – weitere 62.700 – kontaktiert. „Wir untersuchen, wie es den Menschen mit der Corona-Pandemie ergangenen ist. Wir möchten gern eine möglichst große Stichprobe erreichen, damit die Ergebnisse auch Aussagekraft haben“, sagt Prof. Dr. Rafael Mikolajczyk, der die Studie mit einem Team aus fünf Kliniken und vier Instituten der Universitätsmedizin Halle (Saale) leitet.

Außerdem werden nun auch jene Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeschrieben, die Kinder haben, um herauszufinden, welche Auswirkungen die Pandemie auf diese hat. „Es mehren sich die Stimmen, dass die Belastungen der Kinder lange außer Acht gelassen wurden. Wir wollen herausfinden, wie die Kinder und Jugendlichen es selbst erlebt haben. Für unser Modul zur Kindergesundheit kommen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen elf und 18 Jahren infrage. Wir schreiben dazu nur Teilnehmende an, die in unserer ersten Befragung angegeben haben, dass eine Person in diesem Alter im Haushalt lebt“, erläutert Mikolajczyk. Im Zusammenhang mit jüngeren Kinder folge eine Befragung etwas später. Bei dieser werden die Eltern befragt, was sie bei ihren Kindern beobachtet haben. Die Befragung werde auch außerhalb der DigiHero-Studie von einem weiteren Studienteam der Universitätsmedizin Halle – unter Beteiligung der Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie I – durchgeführt, damit auch jene angesprochen werden, die nicht an der DigiHero-Studie teilnehmen wollen. „Wir möchten Sie jedoch bitten, als Studienteilnehmende über die DigiHero-Studie teilzunehmen“, so Mikolajczyk.

Apropos Ergebnisse: Das Studienteam wertet regelmäßig die verschiedenen Fragebögen und Zwischenbefragungen aus. So sind die Teilnehmenden zu ihrem Testverhalten auf SARS-CoV-2 befragt worden – einmal im März und einmal im Mai. „Ab März gab es die Schnelltests für jeden zu kaufen. Das war der Anlass für uns, unsere Studienteilnehmenden dazu zu befragen, weil wir wissen wollten, wie viele solche Tests privat überhaupt genutzt haben. Wir hatten die Überzeugung, dass die Selbsttests die Hemmschwelle gesenkt haben, sich einem solchen Test überhaupt zu unterziehen und dass damit auch milde Verläufe aufgedeckt werden konnten“, so Dr. Cornelia Gottschick vom „DigiHero“-Studienteam. Da die Schnelltests privat gekauft werden konnten, gab es keine zuverlässigen Testzahlen mehr – und schon vorher waren die Zahlen zu den Gründen der Testung lückenhaft. Die „DigiHero“-Studie hat solche Zahlen erstmalig für Halle geliefert.

Der häufigste Testgrund sei bei beiden Befragungen die routinemäßige Testung gewesen, den im März fast 44 Prozent und im Mai dann bereits knapp 60 Prozent angaben. Das Treffen von anderen Menschen war in der ersten Befragung für fast ein Fünftel der Menschen der Grund, in der zweiten noch für 15,5 Prozent. Dafür war die Inanspruchnahme von Dienstleistungen in der zweiten Befragung für gut 17 Prozent ausschlaggebend. „Das hängt damit zusammen, dass in diesem Zeitraum laut Verordnung zum Beispiel Friseure wieder öffnen durften, Kundinnen und Kunden jedoch einen aktuellen negativen Test vorweisen mussten“, erläutert Gottschick.

Gefragt wurde außerdem, wie viele Menschen darüber nachgedacht haben, sich selbst zu testen und dies nicht getan haben. Diese Zahl sank von knapp 15 Prozent in der ersten Befragung auf knapp zehn Prozent in der zweiten Befragung. Der Hauptgrund, sich nicht testen zu lassen, war in der ersten Befragung, dass Möglichkeiten dafür fehlten. Mit der Öffnung von vielen Testzentren in der Stadt und der Verfügbarkeit von Schnelltests im Einzelhandel sei diese Hürde weggefallen, sodass dieser Grund in der zweiten Befragung nicht mehr vordergründig gewesen sei. „Wir gehen davon aus, dass beim Vermeiden der dritten Welle nicht nur Veränderungen im Kontaktverhalten wichtig waren, sondern dass auch breite Verwendung von Schnelltests beigetragen hat“, betont Gottschick.