Arbeitsmarkt: Weiterhin keine gravierenden Auswirkungen durch den Lockdown am Arbeitsmarkt

Agentur für Arbeit

Anstieg der Arbeitslosigkeit überwiegend im Bereich der Grundsicherung

Halle. AfA. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren im Februar 18.591 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 417 Arbeitslose (+2,3 Prozent) mehr als vor einem Monat.

Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 2.420 Frauen und Männer mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg somit auf 8,7 Prozent.
Aufgrund von externen oder global wirkenden Faktoren sind Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt aktuell nicht abschließend vorhersehbar. Deshalb ist der Blick hinter die Zahlen und Strukturen sinnvoll. Es bleibt die Tatsache, dass diejenigen die sich arbeitslos melden oder es bereits sind nicht immer 1:1 unter den Rahmenbedingungen in den Markt zu integrieren sind.

Weiterbildungsberatung im Erwerbsleben für alle Beschäftigten steht im Fokus 2021

„Damit Menschen, die von den aktuellen Veränderungen in einigen Branchen betroffen sind oder sein werden, auch künftig nicht ohne Job dastehen, investiert die Agentur für Arbeit Halle mehr denn je in die berufliche Weiterbildung. Harte Brüche gab es in den letzten 10 Jahren am regionalen Arbeitsmarkt nicht und so hätten sich die Firmen und auch die Agentur für Arbeit auf die Situation einstellen können. Auch in den Zeiten der Pandemie ist es aber keine Selbstverständlichkeit, dass der hiesige Arbeitsmarkt die Entwicklungen der nächsten Zeit ohne große Blessuren übersteht und der Schlüssel für zukünftige Stabilität ist die Investition in Aus- und Weiterbildung“, so Petra Bratzke Chefin der Hallenser Arbeitsagentur.

„Es zeichnet sich eine Trendwende am Arbeitsmarkt ab. In der „Postcoronazeit“ werden Umschulungen und Weiterbildungen in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Unser Job bleibt Trends am Arbeitsmarkt und Entwicklungen zu beobachten, einzuschätzen, Risiken zu erkennen und gegenzusteuern. Dabei beraten wir ausführlich zu unseren arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, um diese auch präventiv einzusetzen,“ so Bratzke.

Jugendliche

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren belief sich auf 1.919, das sind 123 mehr als im Januar 2021.
Damit nehmen die 15- bis unter 25-jährigen einen Anteil von 10,3 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Halle ein.
Neben der Qualifizierung, Vermittlung in Ausbildung oder Beschäftigung bleibt die Berufsorientierung in Pandemiezeiten für die Agentur für Arbeit Halle ein wichtiger Schwerpunkt hinsichtlich der Sicherung der Fach- und Arbeitskräfte im Agenturbezirk Halle.

Für alle Fragen rund um das Thema Berufsberatung bzw. Berufsorientierung stehen die Beraterinnen und Berater unter der Hotline 0345 52491510 täglich zur Verfügung. Am 17.03.2021 findet auch in diesem Jahr der Tag der Berufe statt, allerdings überwiegend in virtueller Form (Anmeldungen können unter www.tagderberufe.de bis zum 11.03.2021 erfolgen).

Ältere

Der Anteil der Älteren an allen Arbeitslosen beträgt (31,2%), d.h. Ältere bleiben die Gruppe, welche weiterhin überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen ist.
Im Vergleich zum Vormonat steigt die Arbeitslosigkeit der Ü 50jährigen um 63 Personen, gegenüber dem Vorjahresmonat steigt die Zahl jedoch deutlich um 694.

Stellenangebote

Aktuell sind der Arbeitsagentur Halle 3.349 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet. Seit Anfang des Jahres wurden 1.408 Stellen neu gemeldet, vorrangig aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, aus der Dienstleistungsbranche und der Logistikbranche.

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) waren 18 Frauen und Männer im Februar 2021 weniger arbeitslos gemeldet. Hier waren im aktuellen Berichtszeitraum insgesamt 5.915 Frauen und Männer arbeitslos registriert, 1.161 mehr als im Jahr zuvor.

Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit von Januar 2021 auf Februar 2021 um insgesamt 435 auf 12.676 Arbeitslose gestiegen, im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Anstieg um 1.259 Personen.

Blick in die Geschäftsstellen

Halle (9,8%) stärker betroffen als der Saalekreis (7,3%) In Halle waren im Februar 11.507 Personen gemeldet, das sind 220 mehr als noch vor einem Monat, von denen 8.194 (+ 253), nach dem SGB II betreut werden. Damit hält sich der relative Anteil von SGB II Arbeitslosen der Stadt Halle weiterhin auf einem hohen Niveau, mit 71,2 %. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt mit 9,8 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (8,7 %).

Im Saalekreis sind aktuell 7.084 Frauen und Männer in der Arbeitslosenstatistik. Dies sind 197 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 825 mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 7,3 Prozent deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug 63,3 %, das entspricht 4.482 Personen (+182 Personen zum Vormonat).

Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg stieg um 149 Personen bzw. 2,9 Prozent auf 5.367.

Fazit:
„Die Verfasstheit der Unternehmen im Agenturbezirk ist abhängig von externen Faktoren. Wir bleiben verhalten optimistisch, verfügen aber auch nicht über eine „Glaskugel“. Eine finale Einschätzung ist unter den gegenwärtigen Bedingungen unseriös,“ so Bratzke abschließend.