Arbeitsmarkt im Mai 2021 – Erholungskurs setzt sich fort

Agentur für Arbeit Halle

Halle. AfA. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Halle waren Ende Mai 17.518 Frauen und Männer von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 499 Arbeitslose (-2,8 Prozent) weniger als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr sind gegenwärtig 1.179 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sank im zurückliegenden Monat um 0,3 auf 8,1 Prozent. „Nach der verhaltenen Entwicklung während der Wintermonate setze sich der Erholungskurs fort. Die Aussicht auf deutlichere Lockerungen der Corona-Einschränkungen im Agenturbezirk lässt die Arbeitsmarkterwartungen positiver aussehen”, so Petra Bratzke, Chefin der Hallenser Arbeitsagentur. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen nahezu verdoppelt, dies beruht weiterhin auf dem Corona-Effekt des Vorjahres und liegt für die Arbeitsagentur Halle spürbar über dem Landestrend.

Jugendliche und Ältere

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher sank im Mai 2021 um 65 Personen, der relative Anteil Jugendlicher an allen Arbeitslosen bleibt mit 10,1% hoch.
„Die Corona Pandemie hatte zu einem teilweisen Stillstand auf dem Ausbildungsmarkt geführt. Die Jugendlichen waren schwer zu erreichen, die üblichen Wege waren versperrt. Berufsorientierungsprozesse sind weitestgehend zum Erliegen gekommen. Orientierungsmessen und -veranstaltungen haben nicht stattgefunden, Schülerinnen und Schüler konnten keine Praktika in den Betrieben absolvieren, Infotage und Tage der offenen Tür sind ausgefallen. Im Ergebnis spüren wir bei den jungen Menschen eine gewisse Verunsicherung und Zurückhaltung. Wir appellieren daher an die Jugendlichen, sich jetzt zu kümmern und dann auch zu entscheiden. Damit alle jungen Erwachsenen ihre Chance für einen guten Start in die Berufswelt erhalten, bieten unsere Berufsberaterrinnen und Berater individuelle Unterstützung per Telefon, Videochat oder via Email an“, so Bratzke. Trotz der Rahmenbedingungen waren und sind die Berufsberater täglich erreichbar und haben auch den vergangenen Monaten alles unternommen, um auch über virtuelle Formate berufliche Orientierung zu geben.

Bis auf Weiteres ist daher die Sonderhotline der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Halle unter 0345/ 5249 1510 weiterhin geschalten. Die Berater sind von Mo-Do von 8-16 Uhr und Fr von 8-14 Uhr telefonisch für alle Fragen unserer Jugendlichen und deren Eltern erreichbar.

Das Onlineangebot hat sich in den letzten Monaten bewährt und zu einer echten Alternative entwickelt und wurde aktuell unter dem #AusbildungKlarmachen zu einem Portal alles rund um das Thema Ausbildung ausgebaut. (www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen)

Stellenangebote

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters Halle (Saale) wurden diesen Monat 1031 neue Stellen gemeldet. Das sind 59 mehr als im Vormonat aber 459 mehr als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Hier muss abgewartet werden, ob der deutliche Stellenzuwachs und damit eine beginnende Nachfrage in bestimmten Branchen nachhaltig ist. Hier wird der Sommer und Frühherbst abzuwarten bleiben. Seit Jahresbeginn sind 4.382 Stellen gemeldet worden. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 1.210 Stellen und zeigt, dass der Arbeitsmarkt aufnimmt und die Unternehmen händeringend Mitarbeiter jedweder Qualifikation suchen.

Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung SGB III waren im Mai 2021 insgesamt 4.814 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 314 weniger als im Vormonat. In der Grundsicherung SGB II ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk von April auf Mai um 185 Personen auf 12.704 Arbeitslose zurückgegangen. “Das Risiko langzeitarbeitslos zu werden ist seit Beginn der Pandemie insbesondere im Bereich der Grundsicherung deutlich angestiegen. Die Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit wird eine der Herausforderungen in den nächsten Monaten sein,“ so Bratzke weiter.

Blick in die Geschäftsstellen

Regional bietet sich weiterhin ein differenziertes Bild, was sich aufgrund der Ungleichgewichte zwischen Stadt und Umland festmachen lässt. In der Stadt Halle sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen auf 11.175, ein Minus von 247. Allein im Jobcenter Halle (SGB II) werden 8.455 Personen betreut, was wiederum den überdurchschnittlichen SGB II Anteil von 75,7% erklärt. Die Arbeitslosenquote der Stadt Halle liegt mit 9,4 Prozent über dem Agenturdurchschnitt (8,1%). Im Saalekreis sind aktuell 6.343 Frauen und Männer in der Statistik gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,5 Prozent deutlich unter dem Agenturdurchschnitt. Dies sind 252 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 788 weniger als noch vor einem Jahr. Der SGB II-Anteil an der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug mit 4.249 Personen (-84) zum Vormonat (67,0%). Die Zahl der Arbeitslosen im Einzugsbereich der Geschäftsstelle Merseburg sank um 168 Personen bzw. 3,3 Prozent auf 4.879.

Fazit
„Die Zeichen stehen im Agenturbezirk Halle auf Erholung, aber ein Beschäftigungswachstum wie vor der Krise ist noch nicht in Sicht. Hinzu kommt, dass der Arbeitslosenbestand vom Niveau her immer noch über Vorkrisenniveau liegt. So erwarten wir das bei sinkenden Inzidenzen und höherer Impfquote die Beschäftigung spätestens im Sommer wieder steigen wird, somit die Arbeitslosigkeit sinken und die Zahl der Kurzarbeitenden Arbeitnehmer fällt. Wenn jetzt Hotels, Gaststätten, stationäre Einzelhändler sowie Kultur- und Sportstätten im Agenturbezirk ihre Pforten öffnen, wird der Konsum wieder anspringen”, so Bratzke.