Verbraucherzentrale warnt: Wo Amt draufsteht, muss nicht Amt drin sein

Verbraucherzentrale Beratung

(Verbraucherzentrale / 25.11.2021): Immer wieder beschweren sich Verbraucher, die offizielle Dokumente online beantragen wollten, aber auf zweifelhafte Angebote unseriöser Dienstleister reingefallen sind: Herr S. braucht für eine Bewerbung ein polizeiliches Führungszeugnis. Eine Antragstellung ist online möglich, die Zeit drängt. Eine Suchmaschine wird befragt. Blitzschnell öffnen sich die Seiten, Daten werden eingegeben und 13 Euro Bearbeitungsgebühr überwiesen. Aber was dann kommt, ist kein Führungszeugnis. Eine vierseitige PDF-Datei mit allgemeinen Hinweisen für eine Beantragung über die Internetseiten des Bundesamtes für Justiz ist das Ergebnis, der Verbraucher ist frustriert. 13 Euro für Nichts bezahlt.

Natürlich ist es ein Segen, dass im Zeitalter der Digitalisierung einzelne offizielle Dokumente wie Führungszeugnis, Geburtsurkunde oder Kfz-Wunschkennzeichen online beantragt werden können. Das spart vor allem Zeit und erleichtert den Alltag. Aber es ist Vorsicht und vor allem Sorgfalt bei der Auswahl des Adressaten für eine Antragstellung geboten!

Leider drängen sich zweifelhafte „Dienstleister“ auf, meist an exponierter Stelle der Suchmaschinenergebnisse, und betreiben nach Auffassung der Verbraucherzentrale Abzocke: führungszeugnis.org, selbstauskunft-anfordern.com, bundeszentralregister.net.

Wo Amt draufsteht, muss nicht Amt drin sein! Mit professioneller Seitengestaltung wird Verbrauchern suggeriert, auf amtlichen Seiten zu sein. Nur Verbraucher, die ganz genau hinschauen, erkennen die irreführende Täuschung über die angebotene, letztlich wertlose Dienstleistung. Um am Ende nicht doppelt zu bezahlen, sollten Verbraucher deshalb genauestens prüfen, auf welchen Internetseiten sie sich befinden. Eine Antragstellung für offizielle Urkunden sollte zur Vermeidung von Kostenfallen direkt auf den Internetseiten der Kommune oder des Landkreises erfolgen. Regelmäßig stehen an vorderer Stelle des Suchergebnisses unseriöse Geschäftemacher.

Fragen beantwortet die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt derzeit online, telefonisch und in den Beratungsstellen unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften persönlich vor Ort. Das landesweite Servicetelefon der Verbraucherzentrale ist unter (0345) 29 27 800 für Auskünfte und Terminvereinbarungen zu erreichen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de.

Quelle: Verbraucherzentrale.