VZSA informiert: Lockruf einer Goldmünzen-Gesellschaft aus Offenburg

Abruf mit Folgen

(verbraucherzentrale / 13.02.2020) In der Zeitung liegt ein Brief, adressiert an die Leser einer Tageszeitung Sachsen-Anhalts. Eine Cent Münze ist im Adressfenster des Umschlages deutlich sichtbar. Schon außergewöhnlich, da nicht persönlich adressiert. Das Interesse ist geweckt. Aber worum geht es?

Angeboten wird eine Deutsche Gedenkprägung „40. Jahrestag Erster Deutscher im Weltall – Sigmund Jähn“ zum Ausgabepreis mit 24-Karat-Gold-Auflage. Das Ganze vom Reservierungsservice der „Deutsche Goldmünzen-Gesellschaft mbH“ mit Sitz in Offenburg und Berlin.

„Strenge Limitierung, höchste Prägequalität und weltweites Renommee deutscher Gedenkmünzen“ wird garantiert und ein baldiger Ausverkauf vorhergesehen. „Sichern Sie sich deshalb jetzt dieses wertvolle Sammlerstück!“ Das Geschenk dazu: Eine offizielle Münze „1 Mark DDR“. Letztendlich hat ein interessierter Verbraucher eine angebliche Ersparnis von 70 Euro, die mit beiliegendem Wertscheck eingelöst werden kann.

Eigentlich klingt das Ganze zu schön, um wahr zu sein. Für nur 10 Euro zwei Münzen vom Allerfeinsten. Verbraucher fragen: Wo ist der Haken?

Sendet der Interessierte den Abrufschein ab, dann ordert er nicht nur die beiden Münzen, sondern stimmt zu, dass er gern den kostenlosen Reservierungsservice nutzen möchte, im Rahmen dessen er zur Ansicht weitere Ausgaben zur „Geschichte der DDR“ erhält. In der Folge werden also weitere Münzen zugesandt. Die Konditionen sind dann andere. Zwar wird ein Rückgaberecht innerhalb von 14 Tagen zugesichert, letztlich heißt es aber, immer zu reagieren, wenn die Münze nicht gefällt. Ansonsten entsteht ein Vertrag, der zur Zahlung verpflichtet, denn es handelt sich in diesen Fällen nicht um sogenannte unbestellte Ware, die zu nichts verpflichtet.

Der Rat der Verbraucherzentrale ist eindeutig: Wer keine weiteren Zusendungen von Münzen will, sollte auf einen Abruf des „Superschnäppchens“ verzichten.