Halle. MEH. Auch in diesem Jahr findet die traditionelle Winterferien-Modellbahnausstellung
statt. Vom 04. bis 12.02.2012 kann man im Technischen Halloren- und Saline
Museum Halle (Saale), Mansfelder Straße 52, wieder die Bahnen der verschiedensten
Nenngrößen fahren sehen. Geöffnet ist täglich von 10.00
bis 18.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 4,00 Euro, ermäßigt
2,00 Euro, Familienkarte 11,00 Euro und für Kindergärten und Schulen:
Kindergruppen pro Person nur 0,50 Euro.
Dieses Jahr stehen alle Siedehallen zur Verfügung, so dass die Ausstellungsfläche
sich erheblich vergrößert. Auch die Großgartenbahn aus Markkleeberg
im Maßstab 1:8 wird dieses Jahr wieder mit einer echten Dampflok (Spurweite
184mm, bzw. 7¼") in der Großsiedehalle ihre Runden drehen.
Alle Kinder bis 10 Jahre haben mit der Eintrittskarte eine Fahrt mit der Großbahn
frei. In den Siedehallen 3a und 3b werden auf ca. 200 m² zwei große
Gartenbahnanlagen im Maßstab 1:22,5 (LGB) aufgebaut.
In den eigentlichen Museumsräumen und in der Schausiedehalle werden dann
20 verschiedene Anlage, so viele wie noch nie, aller gängigen Nenngrößen
von Z (Maßstab 1:220) bis I (Maßstab 1:32) ausgestellt.
Der MEH zeigt unter anderem eine digital gesteuerte sächsische Schmalspuranlage
in H0/H0e. Auf der ebenfalls digital gesteuerten Spur I Anlage können
die Besucher nun die sehr detailreiche Geländegestaltung sehen und auf
der Schnellfahrstrecke der Japananlage, welche schon auf mehreren großen
Modellbahnmessen gezeigt wurde, dreht der Shinkansen in N seine Runden. Für
die Nostalgiefans sind sicherlich die 0-Anlage, die seltene S-Anlage und die
H0-Oldieanlage die Hingucker. Die meisten Fahrzeuge auf diesen 3 Anlagen sind
schon 50 Jahre und mehr alt und fahren Dank guter Pflege immer noch.
Als Gäste beteiligen sich dieses Jahr der Eisenbahnmodellclub 78 aus
Halle (Saale) mit einer TT-Anlage, der Merseburger Modellbahn Club mit der
UFO-Anlage in der Nenngröße H0 und einer Z-Anlage und die Modelleisenbahnfreunde
aus Halles Partnerstadt Karlsruhe zeigen ihre neue Schmalspur-Gebirgsanlage
Riffelalp.
Seit einigen Monaten wird in Halle an einem Salzpflanzen-Garten gearbeitet,
der zur rund 1.200-jährigen Geschichte wunderbar passt und in Deutschland
in dieser Zusammenstellung einmalig ist. Unmittelbar an einem historischen
Siedehaus gelegen, gehört das Gartenbau-Projekt zum Technischen Halloren-
und Salinemuseum.
Halle, das aus dem Indogermanischen übersetzt Salzbereitungsstätte' bedeutet, hat
sein Entstehen hauptsächlich ergiebigen Salzquellen zu verdanken. Die ehemalige Saline, auf deren
Gelände das Biotop entsteht, erinnert noch heute an die auf das Salz begründete erste Blütezeit
der größten Stadt von Sachsen-Anhalt.
Der Platz für die ökologische Nische am jahrhundertealten Siedehaus, dem Herzstück
des Museums, wurde gut gewählt. Der Boden vor dem lang gestreckten Gebäude besteht aus einer
Mischung von Erdreich und Bruchsteinen. Unter fachgerechter Anleitung gestalteten dort sechs Angehörige
der Jugendwerkstatt "Frohe Zukunft" Halle-Saalkreis e. V. zwischen November 2003 und Juni
2004 kleine Landschaften, in denen sich Strandwegerich, Strandaster, Wilde Mähnengerste und andere
Halophyten, also Pflanzen, die unter erhöhter Salzkonzentration leben, wohl fühlen können.
Künstliche Hügel, kleine Salzwasserteiche und Salzsümpfe entstanden, erste Pflanzen
wurden ausgesetzt. Entsprechend mit Sole angereichert soll der mittelschwere Boden vor dem Siedehaus
den salzigen "Bewohnern" günstige Bedingungen zur Entfaltung bieten.
Die Umsetzung des Projekts hat den jungen Sozialhilfeempfängern und Langzeitarbeitslosen der
Jugendwerkstatt viel Freude gemacht. "Sie waren besonders motiviert, weil sie an einem einmaligen
von der Stadt geförderten Projekt mitarbeiten konnten. Zugleich leisteten sie mit ihrer Arbeit
einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines weiteren bedeutenden regionalen Kulturangebotes",
weist Steffen Kohlert, Bereichsleiter der Jugendwerkstatt, auf einen zusätzlichen Aspekt, die
touristische Aufwertung des Saline-Ensembles, hin.
Auch Halles Naturschützer unterstützen die Mitarbeiter des Saline-Museums bei der Gestaltung
des Salzpflanzen-Gartens. So informierte die Naturschutzbehörde über Halophyten-Standorte
in der näheren Umgebung. Im Botanischen Garten der Universitätsstadt verfolgt man das Projekt
ebenfalls mit großem Interesse. Unter dem Schutz von Folien werden spezielle Samen für
das Projekt herangezogen.
Nicht wenige Besucher bekommen beim Anschauen des Refugiums den berühmten "Aha-Effekt",
denn etliche Pflanzen haben sie schon irgendwann einmal am Wegesrand oder am Fuß von Bergbauhalden
gesehen, ohne zu ahnen, dass sie salzhaltig sind. Allein in Mitteldeutschland gibt es etwa 50 Arten.
Viele Sorten sind sehr robust, einige wandern gleichsam durch das Streusalz, das der Winterdienst
auf eisglatte Straßen bringt, von der Nordsee weit ins Binnenland hinein oder siedeln sich auf
so genannten Bergbaufolgelandschaften an, von denen es im Großraum Halle eine stattliche Anzahl
gibt.
In den Wintermonaten kann man die Attraktivität dieses Gartens leider nur zum Teil wahrnehmen,
das ändert sich jedoch mit wärmeren Temperaturen. Auch Salzpflanzen machen eine Art Winterpause
und die Gestaltung des Areals ist auch noch lange nicht beendet. Beispielsweise müssen noch entsprechende
Informationstafeln angebracht werden. Doch bis Ende April 2005 soll die rund 100 Quadratmeter große
Fläche fertig sein.
Quelle: News d. Stadt